Bewusstes Wandern im Fichtelgebirge

Der Wander- und Gesundheitsblog von Ewald Nelkel

Weihnachten 2013

So sehnsüchtig man auf Weihnachten gewartet hat, so schnell war es auch vorbei. Schade! Aber die "stade Zeit" dauert ja noch an und die Rauhnächte (auch Raunächte oder Rauchnächte) bleiben noch bis zum 05. Januar.
Aber erst mal die Eindrücke der drei Feiertage:

Der Heiligabend startete mit einem wahnsinnigen Farbenspiel ...
 
 



 
Waldstein

 ...und endete auch so.
 
 
 
und hier fand die Bescherung statt.

Der erste Feiertag war total neblig und nicht fotogen. Aber am zweiten boten sich herrliche Wanderbedingungen bei frühlinghaften Temperaturen.

Waldschrat?

Rauhnächte - 24. Dezember bis 5. Januar

Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt. Es gibt 12 Rauhnächte! Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" bis 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht.
"Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag "Nacht". Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht, wo an vielen Orten in Bayern und Österreich Perchtenläufe abgehalten werden.
Danach ist dann Heilig-Drei-König, das Fest, das auch Epiphaniea, "Erscheinung", genannt wird.
Es gibt aber auch Varianten von z.B. 13 Rauhnächten, weil man davon ausgehen kann, daß die alten keltischen Stämme sich nach dem Mond richteten und 13 Mondmonate hatten.
Und dann gibt es noch besondere Variante, daß die Rauhnächte an der Wintersonnwende beginnen, sprich am 21. Dezember mit der Thomasnacht. Der Name Thomas bedeutet übersetzt "Zwilling". Das ist deshalb interessant, weil der Apostel Thomas auch als Zwilling von Jesus angesehen wurde. Und sind nicht die Sonnwenden auch eine Art von Zwillingen: Sommersonnwende und Wintersonnwende.
Und über vielen Kirchenportalen kann man heute noch 2 Wölfe oder Wolfsdrachen (=Zwillingswölfe) sehen, die für die Sonnwenden stehen. Sie stehen sich gegenüber, und der eine bedeutet die Zeit vor der Sonnwende und der andere die Zeit nach der Sonnwende.



Der Waldschrat / Schrat

Welche Bedeutung hat diese Bezeichnung? Laut der historischen Sprachwissenschaft und dem überlieferten Volksglauben nach, handelt es sich um eine Art Fabelwesen, Klabautermann oder Kobold.
Es soll sich um eine Art Walddämon handeln, ein hutzeliges, verschrumpeltes Wesen, welches im Walde spukt oder im Wald haust. Man könnte ihn auch als einen mit dem Wald verbundenen, alten Kauz bezeichnen.
Andere geläufige Worte sind auch Schrat, Waldkobold, Waldteufel oder Poltergeist. Im Schwäbischen sagt man Schrettele, wobei dieser Begriff häufig auch für eine lästige Person gebraucht wird. In der Schweiz auch Schrättel, im süddeutschen Raum je nach Mundart auch Schrättel oder Schradl genannt.
Zu einem ungepflegten Menschen sagt man in Österreich: “Der sieht aus wie ein Waldschrat.”    




Erstellt von am Samstag, 28. Dezember 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

Waldlehrpfad Bärenhöhe im Münchberger Stadtwald


Ausgangspunkt der Wanderung war heute der Wanderparkplatz Walpenreuth bei Zell. Seit 2006 unterhält die Stadt Münchberg im Münchberger Stadtwald einen Waldlehrpfad, der durch ein Bärensymbol (wir befinden uns an der Bärenhöhe) gekennzeichnet ist. Unterhalb des Waldsteins biegen wir in den Nordweg ein und es erwartet uns eine traumhafte Winterlandschaft.
Zeit zum Entschleunigen!













Erstellt von am Dienstag, 17. Dezember 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

Rehwild - ein Schnappschuss

Nur selten gelingt ein solcher Schnappschuss beim Wandern. Heute stand der Wind günstig!


Der Sturm zieht auf




 
Dieses Stück blauer Himmel überraschte bei der heutigen Wetterlage


 
 
Das Reh gehört zur Ordnung der Paarhufer, zur Unterordnung der Wiederkäuer, zur Familie der Hirsche in die Unterfamilie der Trughirsche.

Vorkommen:
Das Rehwild ist fast in ganz Europa verbreitet. Die Mosaikstruktur unser Landschaft, geprägt durch land- und forstwirtschaftliche Flächen, bietet dem Rehwild einen sehr großen und günstigen Lebensraum. Das Verbreitungsgebiet des Rehwildes erstreckt sich bis ins nördliche Skandinavien und grenzt im Osten an das sehr viel größere sibirische Rehwild.
Sinnesleistung:
Das Rehwild äugt (sieht) nicht besonders gut, nimmt aber Bewegungen sehr gut wahr. Es vernimmt (hört) und windet (riecht) sehr gut.
Erscheinungsbild:
Das Reh ist im Sommer rotbraun, im Winter graubraun gefärbt. Im Nordwesten Deutschlands kommen gelegentlich auch Rehe mit schwarzer Färbung vor. Rehkitze tragen ein weiß getüpfeltes Fell, das sie in ihren Verstecken sehr gut tarnt. Mit dem Wechsel zum Winterfell verschwinden diese Flecken völlig. Im Winter, wenn die Böcke keine Gehörne tragen, kann man die Geschlechter anhand des Spiegels (weiße Flecken am Hinterteil) unterscheiden. Bei der Ricke ist der Spiegel „kleeblattförmig”, beim Bock „nierenförmig”.
Lebensweise:
Das Reh besiedelt die verschiedensten Lebensräume. Es bevorzugt strauchreiche Mischwälder mit umliegenden Feldern.
Im Sommer leben Rehe meist einzeln. Die Böcke zeigen in dieser Zeit ein ausgesprochenes Territorialverhalten, tolerieren aber Ricken (weibliche Rehe) mit und ohne Kitze. Im Winter vereinigen sich die Rehe oft zu größeren Sprüngen (Rudeln).
Am Tage hält sich das Reh an geschützten Stellen auf. Dies sind meist Dickungen, Kulturen, bewachsene Felder oder Büsche. Es hat einen sechsstündigen Äsungsrhythmus. Es bevorzugt die Morgendämmerung, die Zeit vor Mittag und die Abenddämmerung.
Rehwild wird auch als Kurzflüchter bezeichnet. Es flüchtet nicht weite Strecken (wie das Rotwild), sondern drückt sich nach kurzer Flucht in Büschen oder Dickungen (Drückertyp). Das entspricht seinem Körperbau und seinem an dichtes Buschwerk als bevorzugtem Lebensraum angepaßten Verhalten.
Fortpflanzung/Setzzeit:
Die Zeit der Fortpflanzung wird beim Rehwild Blattzeit genannt. Sie beginnt Mitte Juli und endet Mitte August.
Der Bock treibt die Ricke in hohem Tempo durch Felder oder hohe Wiesen im Kreis, wodurch sogenannte Hexenkessel entstehen. Aus diesem Treiben heraus erfolgt dann die Paarung. Kurz nach der Paarung setzt eine Keimruhe der befruchteten Eizelle ein, damit die Setzzeit nicht in die ungünstigen Wintermonate fällt. Erst ab Ende Dezember beginnt die Weiterentwicklung der Eizelle, so dass die Jungen (meist zwei) im Mai/Juni zur Welt kommen.
Die Ricke sucht in den ersten Lebenstagen die Kitze nur zum Säugen auf. Ist sie wieder verschwunden, drücken sich die Kitze lautlos auf den Boden, um sich vor Feinden zu schützen. Sie sind in diesem Alter noch nicht zur Flucht fähig. Aus diesem Grund kommt es häufig bei der Mahd von Wiesen oder Feldern zu tödlichen Verletzungen. Erst im Alter von 2-4 Wochen sind die Kitze fähig, vor ihren Feinden zu flüchten.
Gehörnbildung:
Das Geweih wird bei Rehböcken auch als Gehörn bezeichnet. Das Bockkitz (männliches Kitz) schiebt schon im ersten Lebensjahr ein kleines Gehörn. Dies sind meistens kleine Knöpfe oder Spieße (ohne Rosen), die im Januar oder Februar wieder abgeworfen werden. Anschließend schiebt der nahezu einjährige Bock sein Erstlingsgehörn, das ebenfalls aus Spießen (nun mit Rosen) oder häufig aus Gabeln besteht. Dieses Gehörn wird im Nov./Dez. wieder abgeworfen, um anschließend ein neues, jetzt aber Sechser-Gehörn zu bilden. Es besteht aus drei Enden an jeder Stange und ist die Endstufe im normalen Aufbau des Rehgehörns.
Nur selten entwickeln sich Achter- oder gar Zehner-Gehörne, die meist aus einer Verletzung der Bastschicht resultieren. Das Gehörn kann nicht als alleiniger Maßstab zur Altersschätzung herangezogen werden.
 
 
 
 
 
 
 

Erstellt von am Freitag, 6. Dezember 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

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