Bewusstes Wandern im Fichtelgebirge

Der Wander- und Gesundheitsblog von Ewald Nelkel

Wetzstein - Aussichtspunkt und Geotop

Immer wieder schreibe ich vom Wetzstein, der südöstlich von Gefrees Richtung Bischofsgrün auf einer Höhe von 798 m ü NN zu finden ist. Die Erneuerung des Aussichtspavillons in diesem Jahr (der erste wurde 1968 errichtet und war mittlerweile baufällig) durch den Fichtelgebirgsverein, Ortsgruppe Bischofsgrün, ist für mich Anlass, etwas mehr über dieses Geotop zu schreiben.
Die Geschichte des Wetzsteinfelsens beginnt vor ca. 490 Mio. Jahren. Es lagerten sich im Norden des Urkontinentes Gondwana mächtige Schichten Tone und Sande ab. Durch den Zusammenstoß der beiden Urkontinente Gondwana und Laurussia entwickelten sich immense Kräfte (Drücke und Temperaturen) und es entstand dadurch aus Ton der Phyllit und aus Sand der Quarzit. In Millionen von Jahren wurden diese Gesteine dann freigelegt. Geologen nennen die Gesteinsserie Frauenbach-Quarzite.
Das Wetzsteingestein ist äußerst hart und besteht aus extrem kleinen Quarzkörnern. Aufgrund dieser Eigenschaft wurde das Material zum Schärfen und Beschleifen von Werkzeugen verschiedenster Art verwendet. Der Abbau von Wetzsteinen an dieser Stelle wurde Mitte des 16 Jahrhunderts schriftlich erwähnt.





Wetzsteinfelsen
Blick zum Ochsenkopf
Früher hatte der Wanderer auch freien Blick nach Bischofsgrün

 

Erstellt von am Sonntag, 27. Oktober 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

Ein herrlicher Nachmittag

Das herrlich milde Wetter mit Temperaturen bis über 20 Grad C lädt ein, raus in die Natur zu gehen. Die Laubfärbung wird intensiver und eindrucksvoller. Ein Maler könnte die Farben nicht besser komponieren. Mein Weg führt mich über den Jesusbrunnen Nähe Gottmannsberg zum Tischweg. Eine kurze Rast am Wetzstein eröffnet einen ungetrübten Blick auf den Ochsenkopf. Weiter führt der schöne Wanderweg zur Hohen Haide und von dort aus über Haidlas und Kornbach zurück nach Gefrees.
Wanderzeit ca. 3 Stunden. Höhenmeter ca. 250.






Der Ochsenkopf vom Wetzstein aus


Kurze Rast ...
... mit Streicheleinheiten für den Max
 


Erstellt von am Dienstag, 22. Oktober 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

"Altweibersommer"


Nachdem es die beiden letzten Nächte frostig kalt war - bis - 3 Grad C - verfärbt sich langsam der Wald. Der Altweibersommer ist im Anmarsch und die Temperaturen tagsüber überzeugen erst recht: Bis 20 Grad C zeigte das Thermometer. Ideales Wanderwetter, das wir ausnutzen.





Rödelsberg aus Richtung Osten

 
 
Herkunft und Bedeutung
Die Bezeichnung 'Altweibersommer' ist erst seit etwa 1800 gebräuchlich. Vorher teilte man die Jahreszeiten nur in Sommer und Winter ein. Den Frühling bezeichnete man als jungen Weibersommer, den Herbst als alten Weibersommer. Weib oder noch schlimmer altes Weib klingt in der heutigen Zeit alles andere als schmeichelhaft. Die altdeutsche Herkunft des Wortes 'weiben' hat aber nichts mit unserem heutigem Sprachgebrauch zu tun. 'Weiben' stand ganz allgemein für weben, insbesondere jedoch auch für das Knüpfen von Spinnweben.
Über dem warmen Boden entwickeln sich tagsüber Aufwinde. Von diesen lassen sich junge Spinnen an ihren Fäden in die Höhe tragen, um dann mit einer seitlichen Luftströmung durch die Luft zu schweben. Sie tun das, um sich ein eigenes Revier zu suchen und gleichzeitig einen Platz für die Überwinterung zu finden. Nach kühlen Nächten bilden sich Tautröpfchen auf den herumschwebenden Fäden und den Spinnnetzen. Diese glitzern in der Morgensonne wie sorgfältig, aufgereihte Perlen.
 
                                                               Mythologie
Die feinen grau glänzenden Spinnfäden erinnern an die Haare alter Frauen, das ist eine Erklärung für den Namen "Alt-Weiber-Sommer". Früher als die Menschen noch vertrauter waren mit Mythen, glaubten sie jedoch Lebensfäden zu sehen, gesponnen von alten weisshaarigen Schicksalsgöttinnen. Vielerorts wurde auch die Jungfrau Maria als Urheberin der Seidenfäden betrachtet. So sprach man auch vom 'Mariensommer', 'Marienfäden', 'Marienseide' oder von 'Marienhaar'. Verfingen sich solche Spinnfäden in den Kleidern, so sollte dies Glück bringen. Oder kranke Augen sollte man mit dem Tau, der in den Spinnweben hängt, befeuchten. Ausserdem hielt der Volksglaube die Spinnfäden auch für Gespinste von Elfen und Zwergen.
 
Im nördlichen Amerika lautet die sicherlich schönere Wortwahl "INDIAN SUMMER" 
 
 

Erstellt von am Sonntag, 29. September 2013 | | Keine Kommentare | Empfehlen

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